Straftaten gegen Tankstellen rückläufig – Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2020

Im Langzeitvergleich niedrige Zahl von Überfällen

Im Corona-Jahr 2020 gesunkene Kraftstoffabsätze und immer mehr Kunden, die an der Tankstelle kontaktlos bezahlen – Deutschlands Tankstellen nehmen immer weniger Bargeld ein. Offenbar hat sich das auch unter Kriminellen herumgesprochen, denn die Zahl der Überfälle auf Tankstellen sank im Jahr 2020 auf 579 gegenüber im Langzeitvergleich ohnehin schon niedrigen 587 im Jahr 2019. Auf diese erfreuliche Entwicklung verwies jetzt der Zentralverband des Tankstellengewerbes nach Auswertung der Kriminalstatistik des Jahres 2020.

ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner: „Dabei war noch zu Beginn der Maskenpflicht im letzten Jahr häufig die Befürchtung geäußert worden, die Zahl der Überfälle auf Tankstellen könne deswegen steigen. Wir hatten diese Befürchtung schon deswegen nicht geteilt, weil sich – aus ihrer Sicht aus gutem Grund – auch in der Zeit zuvor sehr viele Täter bereits maskiert hatten. Jetzt sind wir froh, dass sich unsere Einschätzung bestätigt hat.“

Allerdings ist das Risiko für eine Tankstelle, überfallen zu werden, weiterhin stark davon abhängig, in welcher Region Deutschlands sie sich befindet. Wie in der Vergangenheit sind Stationen in Bundesländern mit Ballungszonen wesentlich gefährdeter als in ländlichen Bereichen, und im letzten Jahr haben die Unterschiede zwischen diesen Regionen wieder zugenommen.

Trauriger „Spitzenreiter“ bleibt Berlin, gefolgt von einem weiteren Stadtstaat, Bremen. In Berlin stieg die Zahl der Überfälle von 51 auf 60, was ein Überfallrisiko von 20% für jede Berliner Tankstelle im Jahr 2020 bedeutet. Am niedrigsten lag die Überfallwahrscheinlichkeit für Tankstellenbetreiber in Bayern (0,61%), Thüringen (0,75%) und Mecklenburg-Vorpommern (1,50%).

Sehr unterschiedlich sind auch die Aufklärungsquoten in den einzelnen Bundesländern. In Bayern wurden 80 % der Fälle aufgeklärt, in Mecklenburg-Vorpommern sogar alle Fälle. In Sachsen hingegen lag die Aufklärungsquote bei 44,4 %, in der (für Tankstellen) Hochrisikostadt Berlin bei 58,3%.

Ein Hinweis zu den Aufklärungsquoten, die sich von Jahr zu Jahr stärker ändern als die Zahlen der Überfälle: Aufgeklärt bedeutet in der Statistik, dass nach polizeilicher Einschätzung innerhalb des Berichtszeitraums ein Tatverdächtiger mit hinreichendem Tatverdacht ermittelt wurde. Fälle, die erst in den folgenden Jahren aufgeklärt werden, gehen nicht in die Statistik ein. Auf der anderen Seite gibt es speziell bei Tankstellenüberfällen häufig Serientäter. Mit nur einem ermittelten Tatverdächtigen steigt somit die Aufklärungsquote stark an. Diese Zahlen sind daher nur sehr begrenzt zur Einschätzung der Qualität polizeilicher Arbeit geeignet.

Stark rückläufige Zahlen bei Tankbetrug Die im letzten Jahr gesunkenen Kraftstoffabsätze und die damit verbundene geringere Kundenfrequenz an den Säulen bildeten offensichtlich kein „verlockendes Arbeitsumfeld“ für Tankbetrüger. Die Tankbetrügereien gingen um fast 15 % von 70.498 in 2019 auf 60.230 in 2020 zurück. Besonders stark sanken die Zahlen im Saarland (-35%!) und in Baden-Württemberg und Bremen (jeweils um mehr als 20%). In Baden-Württemberg und im Saarland sind möglicherweise auch die zeitweisen Grenzschließungen bzw. die verstärkten Grenzkontrollen eine Erklärung für die Rückgänge.

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Zahl der Überfälle auf Tankstellen geht zurück – Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2019

Eine erfreuliche Nachricht in der unerfreulichen Corona-Zeit: Die Zahl der Überfälle auf Tankstellen ging im letzten Jahr deutlich zurück. 587 registrierte Fälle (2018: 627) im gesamten Bundesgebiet bedeuten den zweitniedrigsten Stand in den letzten dreißig Jahren. Auf diese erfreuliche Entwicklung verwies jetzt der Zentralverband des Tankstellengewerbes nach Auswertung der Kriminalstatistik des Jahres 2019. ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner sieht als Hauptgrund für den Rückgang der Überfälle: „Es hat sich offensichtlich weiter herumgesprochen, dass an Tankstellen wegen des konsequenten Abschöpfens der Kassenbestände nicht viel „zu holen“ ist. Die erbeuteten Beträge waren in der Regel sehr gering.“

In „Corona-Zeiten“ gilt dies umso mehr – schließlich gelangt kaum noch Bargeld in die Tankstellen: Zum einen sind die Kraftstoffabsätze im Durchschnitt gegenüber der Vor-Corona-Zeit auf die Hälfte geschrumpft, zum anderen zahlen die Kunden aus Hygienegründen fast nur noch bargeldlos.

Befürchtungen, die Zahl der Überfälle könne in Zeiten der Corona-Maskenpflicht steigen, teilt der ZTG nicht. „Auch bisher haben sich viele Täter maskiert und wurden trotzdem mithilfe der modernen HD-Videoaufzeichnung der Stationen gefasst.“

Bei den Überfallzahlen des Jahres 2019 ist auffällig, dass lediglich in Bayern und Hessen ein deutlicherer Anstieg zu verzeichnen war. Jürgen Ziegner: „Zumindest in Bayern stieg allerdings auch die Zahl der aufgeklärten Fälle, was dafür sprechen könnte, dass ein erheblicher Anteil der Überfälle von Mehrfachtätern begangen wurde.“

Mehrfachtäter spielen eine große Rolle bei den Aufklärungsquoten, die sich von Jahr zu Jahr stärker ändern als die Zahlen der Überfälle. Dies hängt nicht mit der Qualität der polizeilichen Arbeit zusammen, sondern mit der statistischen Systematik: Aufgeklärt bedeutet danach, dass nach polizeilicher Einschätzung innerhalb des Berichtszeitraums ein Tatverdächtiger mit hinreichendem Tatverdacht ermittelt wurde. Fälle, die erst in den folgenden Jahren aufgeklärt werden, gehen in keine Aufklärungsquote mehr ein.

Diese statistischen Besonderheiten waren 2019 zumindest in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen bedeutungslos: In diesen Bundesländern wurden alle Tankstellenüberfälle im Berichtsjahr aufgeklärt.

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Pressemitteilung: Neuer ZTG-Vorstand

Kontinuität, aber auch der Einstieg in den Generationenwechsel bestimmten die Vorstandswahlen auf der Mitgliederversammlung des ZTG (Zentralverband des Tankstellengewerbes e.V.) in der letzten Woche. Ernst Vollmer aus Oberhausen wurde einstimmig für drei weitere Jahre als Vorsitzender gewählt. Er ist Betreiber zweier Markant-Tankstellen, führt den Verband seit 2007 und geht jetzt in seine fünfte Amtszeit.

Ebenfalls einstimmig zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde Reinhold Urban aus Hagen, Betreiber von zwei Aral-Tankstellen,gewählt. Sein seit 2008 amtierender Vorgänger Hans-Jürgen Ruck trat nicht zur Wiederwahl an und wurde von der Versammlung zum ZTG-Ehrenvorstandsmitglied ernannt.

Neu in den Vorstand gewählt wurden Claudia Möller und Jannis Verfürth (Schatzmeister). Claudia Möller führt gemeinsam mit ihrem Bruder ein Ford-Autohaus sowie eine Shell-Eigentümerstation in Kaltenkirchen. Jannis Verfürth betreibt eine große Agravis Raiffeisen-Tankstelle in Münster.

In ihren Vorstandsämtern bestätigt wurden Hans-Joachim Rühlemann (Agip-Tankstelle in Berlin) und Frank Schumacher (OMV-Station in Waldbronn).

ZTG-Vorstand 2019
Von links nach rechts: Ernst Vollmer (Vorsitzender), Claudia Möller, Jannis Verfürth (Schatzmeister), Hans-Jürgen Ruck (Ehrenvorstandsmitglied), Hans-Joachim Rühlemann, Reinhold Urban (stv. Vorsitzender), Frank Schumacher


Für Rückfragen
:       Geschäftsführer Jürgen Ziegner 0228-914700

Pressemitteilung: Zahl der Überfälle auf Tankstellen geht weiter zurück – Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016

Seit sieben Jahren geht die Zahl der Überfälle auf Tankstellen kontinuierlich zurück und lag im Jahr 2016 mit 571 registrierten Fällen (2015: 636) im gesamten Bundesgebiet auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung Deutschlands.

Auf diese erfreuliche Entwicklung verwies jetzt der Zentralverband des Tankstellengewerbes nach Auswertung der Kriminalstatik des Jahres 2016. ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner sieht mehrere Gründe für den Rückgang der Überfälle: „Zum einen greifen die vorhandenen Sicherheitskonzepte immer besser, zum anderen werden sie bei potentiellen Tätern auch immer bekannter. Dass an Tankstellen wegen der konsequenten Abschöpfung der Kassenbestände nur wenig und bei gesicherten Kassensystemen gar kein Bargeld zu erbeuten ist, ist inzwischen nämlich häufig Thema in den Medienberichten gewesen.“

In früheren Jahren lag das Risiko für eine Tankstelle, überfallen zu werden, in Großstädten und Ballungszonen wesentlich höher ist als in ländlichen Bereichen. Für 2016 gilt dies nicht mehr. Bei den früheren „Spitzenreitern“ in Bezug auf das Überfallrisiko, Berlin und Hamburg und Berlin, haben sich die Fallzahlen halbiert bzw. gingen sie gar um zwei Drittel zurück (Hamburg). Die Bandbreite ist inzwischen recht gering. Im Durchschnitt liegt das Überfallrisiko bei knapp 4 %, den Höchststand musste das Saarland mit 6,9% verzeichnen, am sichersten sind Tankstellen in Bayern mit einem Risiko von knapp unter einem Prozent.

Steigende Überfallzahlen gab es in Hessen und in Niedersachsen. Jürgen Ziegner: „Allerdings stieg dort auch die Zahl der aufgeklärten Fälle, was dafür sprechen könnte, dass ein erheblicher Anteil der Überfälle von Mehrfachtätern begangen wurde.“

Damit keine Missverständnisse entstehen, ein kurzer Hinweis zu den Aufklärungsquoten: Aufgeklärt bedeutet in der Statistik, dass nach polizeilicher Einschätzung innerhalb des Berichtszeitraums ein Tatverdächtiger mit hinreichendem Tatverdacht ermittelt wurde. Fälle, die erst in den folgenden Jahren aufgeklärt werden, gehen nicht in die Statistik ein.

Bundesweit stieg die Aufklärungsquote von 56,3 in 2015 auf 56,7 % im Jahr 2016. Weitere Zahlen können Sie diesem statistischen Material entnehmen.

Pressemitteilung: Abschaffung des Autogas-Steuerprivilegs wäre unsozial und mittelstandsfeindlich

Zentralverband des Tankstellengewerbes: Abschaffung des Autogas-Steuerprivilegs wäre unsozial und mittelstandsfeindlich

Der Zentralverband des Tankstellengewerbes e.V. (ZTG) hält die jetzt aus dem Bundesfinanzministerium bekannt gewordenen Pläne, das Steuerprivileg für Autogas bereits 2019 aufzuheben, für unsozial, unökologisch und mittelstandsfeindlich. Er appelliert an die Bundesregierung, die Förderung des umweltfreundlichen Kraftstoffs fortzusetzen.

Jürgen Ziegner, Geschäftsführer des ZTG, hält die Abschaffung des Steuerprivilegs für unsozial. „Die einzige wirtschaftlich vernünftige Möglichkeit für Verbraucher mit geringerem Einkommen, durch Gasbetrieb zur CO2-Reduktion beizutragen, ist der Erwerb eines Autogas-Gebrauchtwagens oder die entsprechende Umrüstung eines Gebrauchtwagens. Neue Erdgas-Fahrzeuge sind schlichtweg zu teuer, gebrauchte gibt es kaum.“

Die Streichung des Privilegs wäre zudem ein Wortbruch, den die 7.000 Autogas-Tankstellen hart zu spüren bekämen, so Ziegner weiter. „Viele Tankstellen haben im Vertrauen auf eine weitere Förderung – wie sie der Bundestag noch 2015 beschlossen hat – erst vor kurzer Zeit erhebliche Investitionen vorgenommen, ob in neue Autogas-Säulen oder in einen verbesserten Anfahrtsschutz“, sagt Ziegner. Die meisten dieser Autogas-Tankstellen seien Eigentümer geführte Stationen, Erdgas-Tankstellen hingegen würden vor allem von großen Konzern betrieben. „Wenn jetzt also das Erdgas-Privileg bewahrt, das für Autogas aber abgeschafft wird, dann hilft das den Konzernen und schadet dem Mittelstand“, erklärt Ziegner.

Hinzu komme der ökologische Aspekt, so der ZTG-Geschäftsführer: „Die  CO2-Einsparung mag bei Autogas etwas geringer als bei Erdgas sein, durch die weitaus größere Anzahl von Autogas-Fahrzeugen wird dieser Effekt aber mehr als ausgeglichen.“ Die Absicht, Autogas ab 2019 nicht mehr, Erdgas dagegen weiterhin steuerlich zu bevorzugen, werde keine positive Entwicklung bei Erdgas herbeiführen. „Sicher ist aber:  Für die 7.000 Autogastankstellen wäre es das schleichende Todesurteil.“