ZTG-Jahresbericht 2016/2017 erschienen

Unser aktueller Jahresbericht, den wir auf unserer Mitgliederversammlung am 19. September vorgestellt haben, steht jetzt zum Download bereit.

Die Ausgabe 2016/2017 ist umfangreicher als ihre Vorgänger, denn sie enthält aus Anlass des 50. Jahrestags der Gründung des ZTG im Jahr 1967 einen Rückblick auf 50 Jahre Verbands- und Branchengeschichte, dem jede Nostalgie fehlt, allein schon, weil mit dem Rückgang der Tankstellenzahl von über 46.000 im Jahr 1969 auf heute ca. 14.500 der Verlust vieler selbständiger Existenzen einher ging, bei dem in vielen Fällen eine soziale Abfederung fehlte.

Die Tankstellenwelt des Jahres 2017 ist mit der des Jahres 1967 nur noch unter wenigen Aspekten vergleichbar. Selbstbedienung, Shopgeschäft, Bistros, bargeldlose Zahlungsmittel und Computersysteme waren seinerzeit genauso unbekannt wie die heutigen Stationsgrößen. 1967 versorgte eine Tankstelle im Schnitt ca. 245 PKW, 2017 hingegen ca. 3.200. Was sich nicht geändert hat: Die Verbandsarbeit ist bis in die Gegenwart geprägt von Auseinandersetzungen mit Mineralölgesellschaften, bei denen es durchweg um ein Thema ging: Fairness, sowohl in der Gestaltung der Verträge als auch in Bezug auf die Teilhabe an den wirtschaftlichen Ergebnissen. Die Themen ähneln sich teilweise auffallend. So findet bspw. der Kampf gegen Provisionskürzungen durch die aufgezwungene Beteiligung an den Rabattmarkensystemen in den späten 1960er Jahren seine Entsprechung in der Auseinandersetzung um die Kosten der bargeldlosen Zahlungssysteme 20 Jahre später.

Durch Anklicken des Titelblatts können Sie den Download starten.

ZTG Jahresbericht 2017 Titelblatt

Bundestagswahl 2017 – Wahlprüfsteine des ZTG

Fragen zur Bundestagswahl
Welche Pläne haben die Parteien nach der Bundestagswahl in den Politikfeldern, die Tankstellenbetreiber interessieren? Der ZTG hat nachgefragt.

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Am 24.09.2017 wird ein neuer Bundestag gewählt. Die sogenannte „heiße Phase“ des Wahlkampfs hat begonnen. In dieser heißen Phase versuchen alle Parteien, die aus ihrer Sicht wichtigsten Themen den Wählern nahe zu bringen. Was ist aber mit den Themen, die gerade aus Sicht der Tankstellenbranche und der Betreiber von Interesse sind? Welche Vorhaben können in den nächsten vier Jahren direkte Auswirkungen haben? Was ist zu erwarten, wenn die eine oder die andere Partei am Wahlsonntag gewinnt? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, hat der ZTG Wahlprüfsteine entwickelt, die er allen Parteien, denen Chancen für den Einzug in den nächsten Bundestag eingeräumt werden, zugesandt hat. Angeschrieben wurden CDU, SPD, die LINKE, Grüne, FDP und AfD. Bis auf die AfD haben alle Parteien geantwortet. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Positionen der Parteien haben wir in der Ausgabe September 2017 der Fachzeitschrift tankstellenWelt wiedergegeben. Sie finden den Beitrag    hier. 

Wenn Sie nach Lektüre des vorgenannten Beitrags noch mehr wissen wollen, finden Sie die detaillierten Fragen und die Antworten der einzelnen Parteien durch Anklicken des jeweiligen Parteilogos. Die Reihenfolge haben wir nach den Stimmenverhältnissen im jetzigen Bundestag gewählt. CDUCSU SPD  linke B90GrüneFDP

Verschlafen Deutschlands Spritverkäufer die Zukunft?

So lautet eine Frage in einem Bericht über die “Zukunft der Tankstelle im Zeitalter der Elektro-Mobilität”, der jetzt auf ZEIT online erschienen ist. Der Autor hatte uns zuvor angeschrieben: “Im Rahmen des Bundesprogramms Ladeinfrastruktur fördert die Bundesregierung die Errichtung von weiteren 15.000 Ladestationen für Elektroautos. Autofahrer können ihre E-Fahrzeuge künftig also mehr denn je an Supermärkten, Parkplätzen, Hotels, Restaurants etc. „auftanken“. Verlieren die herkömmlichen Tankstellen dadurch Kunden? Wie reagiert die Tankstellenbranche auf diesen Trend? Wie stellt sich Ihre Branche auf die zukünftige Elektro-Mobilität ein?”

Zu Thema Elektro-Mobilität könnte man viel schreiben. Unter anderem könnte man sich darüber auslassen, ob eine Technologievorgabe, wie sie von der Bundesregierung faktisch mit der Förderung der E-Mobilität erfolgt, richtig ist oder ob es nicht eher Aufgabe der Politik wäre, technologieoffen Vorgaben in Gestalt von Grenzwerten zu erstellen. Wir wurden jedoch nur um eine kurze Stellungnahme gebeten. Unsere komplette Antwort:
“Derzeit haben wir in Deutschland ca. 200.000 Elektrofahrzeuge, davon 34.000 rein elektrische, bei einem Gesamtfahrzeugbestand von 46 Mio. Pkw. Natürlich verlieren Tankstellen mit jedem zusätzlichen Elektroauto Kunden in ihrer Funktion als Kraftstoffkäufer, nicht jedoch notwendigerweise den Kunden an sich: Schon heute kommt ein Großteil aller Kunden nicht zum Tanken an die Stationen, sondern um einzukaufen, einen schnellen Snack und/oder ein Getränk zu sich zu nehmen oder um sein Fahrzeug waschen zu lassen. Das alles soll schnell gehen und ohne lange Parkplatzsuche. An dieser Sachlage wird sich auch in Zukunft nichts ändern und die Tankstellenkonzerne versuchen ja auch mit allen Mitteln, die Angebotsbreite an ihren Stationen zu vergrößern.
Gestatten Sie uns zudem leichte Zweifel am “Zeitalter der Elektro-Mobilität”. Während wir für den städtischen Bereich sehr wohl die Vorteile dieses Antriebs sehen (die Post macht mit ihren Streetscootern vor, wie Elektromobile sinnvoll eingesetzt werden), sehen wir noch für längere Zeit im ländlichen Raum, speziell aber für den zunehmenden Güterfernverkehr keine sinnvolle Alternative zum Verbrennungsmotor. Im letzten Jahr wurden an deutschen Tankstellen ca. 35,9 Mio. t “klassische” Kraftstoffe, nämlich 17,8 Mio t. Otto- und 18,1 Mio. t. Dieselkraftstoffe abgesetzt. Hinzu kamen noch die Erdgas- und Autogasabsätze. Es ist einfach auf absehbare Zeit nicht vorstellbar, dass Stromproduktion und -infrastruktur so weit auszubauen wären, um äquivalente Mengen von Strom (und bestimmt nicht von regenerativem) für Elektrofahrzeuge herzustellen und zu verteilen.
Wir gehen davon aus, dass auch in zwanzig Jahren noch zwei Drittel aller Pkw mit Verbrennungsmotoren der verschiedensten Art unterwegs sein werden. Ein Teil davon wird aus dem “klassischen” Bestand stammen, viele werden Hybrid-Fahrzeuge sein und möglicherweise schaffen auch Erdgas und die Brennstoffzelle noch einen kleineren Durchbruch. An synthetischem Diesel wird derzeit mit Hochdruck geforscht. Alle Antriebsaggregate werden wesentlich effizienter sein als heute. Dennoch: Diese Fahrzeuge werden weiter Tankstellen benötigen. Und wir haben nur die Pkw-Seite betrachtet…”
Den Artikel auf ZEIT online finden Sie hier .

Pressemitteilung: Zahl der Überfälle auf Tankstellen geht weiter zurück – Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016

Seit sieben Jahren geht die Zahl der Überfälle auf Tankstellen kontinuierlich zurück und lag im Jahr 2016 mit 571 registrierten Fällen (2015: 636) im gesamten Bundesgebiet auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung Deutschlands.

Auf diese erfreuliche Entwicklung verwies jetzt der Zentralverband des Tankstellengewerbes nach Auswertung der Kriminalstatik des Jahres 2016. ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner sieht mehrere Gründe für den Rückgang der Überfälle: „Zum einen greifen die vorhandenen Sicherheitskonzepte immer besser, zum anderen werden sie bei potentiellen Tätern auch immer bekannter. Dass an Tankstellen wegen der konsequenten Abschöpfung der Kassenbestände nur wenig und bei gesicherten Kassensystemen gar kein Bargeld zu erbeuten ist, ist inzwischen nämlich häufig Thema in den Medienberichten gewesen.“

In früheren Jahren lag das Risiko für eine Tankstelle, überfallen zu werden, in Großstädten und Ballungszonen wesentlich höher ist als in ländlichen Bereichen. Für 2016 gilt dies nicht mehr. Bei den früheren „Spitzenreitern“ in Bezug auf das Überfallrisiko, Berlin und Hamburg und Berlin, haben sich die Fallzahlen halbiert bzw. gingen sie gar um zwei Drittel zurück (Hamburg). Die Bandbreite ist inzwischen recht gering. Im Durchschnitt liegt das Überfallrisiko bei knapp 4 %, den Höchststand musste das Saarland mit 6,9% verzeichnen, am sichersten sind Tankstellen in Bayern mit einem Risiko von knapp unter einem Prozent.

Steigende Überfallzahlen gab es in Hessen und in Niedersachsen. Jürgen Ziegner: „Allerdings stieg dort auch die Zahl der aufgeklärten Fälle, was dafür sprechen könnte, dass ein erheblicher Anteil der Überfälle von Mehrfachtätern begangen wurde.“

Damit keine Missverständnisse entstehen, ein kurzer Hinweis zu den Aufklärungsquoten: Aufgeklärt bedeutet in der Statistik, dass nach polizeilicher Einschätzung innerhalb des Berichtszeitraums ein Tatverdächtiger mit hinreichendem Tatverdacht ermittelt wurde. Fälle, die erst in den folgenden Jahren aufgeklärt werden, gehen nicht in die Statistik ein.

Bundesweit stieg die Aufklärungsquote von 56,3 in 2015 auf 56,7 % im Jahr 2016. Weitere Zahlen können Sie diesem statistischen Material entnehmen.